Borstgrasweide
Weide an flachen Hängen, aus niedrigen Gräsern, mit mehreren bunt blühenden Kräutern. Schon früh im Sommer etwas vergilbter Aspekt, weil die Blattspitzen des Borstgrases, das die Weide dominiert, absterben.

Ökologie:
Auf saurem, übernutztem, nährstoffarmem Boden kommt das Borstgras zur Dominanz. Auf Granit, Gneis, Eisensandstein usw. sehr artenarme Bestände. Auf kalkhaltigem Gestein ist der Boden versauert und deshalb nährstoffarm. Hier teilweise sehr artenreiche Bestände.

Verbreitung:
In der artenreichen Ausbildung nur in den Kalkalpen und im Jura vorhanden, meist von den Alphütten entfernt. Auf kalkfreier Unterlage auch in den Zentralalpen.

Im Alpengarten:
Die Borstgrasweide ist jene Gesellschaft, die sich am stärksten verändert hat, seit das Weidevieh nicht mehr kommt. Die Vegetation hat sich stark in Richtung Milchkrautweide entwickelt. Alljährliches Beweiden mit Schafen hat noch nicht zu einer Regeneration geführt. Ausgangsvegetation für die Versuchsweide im Jahr 1930.

Nutzung:
Seit langem regelmässig von Gross- oder Kleinvieh beweidet, aber ohne Düngung. Fällt die Nutzung über lange Zeit aus, nehmen zunächst etwas anspruchsvollere Stauden, später Zwergsträucher überhand. Unter der Waldgrenze kann nach sehr langer Zeit (mehr als 50 Jahre) ein Wald entstehen.

Wichtige Arten deutsch:
Borstgras, Arnika, Berg-Nelkenwurz, Weisszunge, Langspornige Handwurz, Purpur-Enzian, stengelloser Enzian, Gold-Fingerkraut, Tormentill, Heidelbeere, Moorbeere, Heidekraut, bärtige Glockenblume.

Wichtige Arten wissenschaftlich:
Nardus stricta, Arnica montana, Geum montanum, Pseudorchis albida, Gymnadenia conopsea, Gentiana purpurea, Gentiana acaulis, Potentilla erecta, Potentilla aurea, Vaccinium myrtillus, Vaccinium gaultherioides, Calluna vulgaris, Campanula barbata.


borstgrasweide
Borstgrasweide / Geo montani-Nardetum

stengelloserenzian
Stengelloser Enzian /Gentiana acaulis

baertigeglockenblume
Bärtige Glockenblume / Campanula barbata

borstgrasbueschel
Borstgras-Büschel / Nardus stricta


« zurück »